Dass der Vollmond sich am vergangenen Wochenende bedeckt zeigte, war für einmal kein Problem: Dem Musikverein Eintracht gelang es an seiner Abendunterhaltung bestens, den hellen Himmelskörper musikalisch ins Zentrum zu rücken und darauf hinzuweisen, wie vielfältig seine Auswirkung auf die Menschen ist. 38 Musikantinnen und Musikanten sorgten mit einem abwechslungsreichen Programm dafür, dass das Publikum in der bis auf den letzten Platz gefüllte Mehrzweckhalle Rotewis zu bekannten Melodien mitsummen oder sich von spannenden Kompositionen wie dem Wahlstück für den Thurgauer Kantonal Musiktag mitreissen lassen konnte.
Die Vorstellungskraft wird mit Klängen angeregt
Mit «Wonders of Nature», komponiert von Bert Appermont, hebt der Musikverein am 17. Mai in Dussnang noch einmal ab. In vier Sätzen werden die Themen Geburt, Kampf, Ruhe und Wasser so dargeboten, dass sich den Zuhörenden vor dem inneren Auge viele Bilder präsentieren und man unweigerlich in den Bann des für einen Naturfilm geschriebenen Stücks gezogen wird. Im zweiten Satz überzeugten die jungen Nachwuchsmusikanten am Schlagwerk ganz besonders. Ein wahres Feuerwerk an Klängen und imposant wirbelnde Schlägel zeigten auf, dass die fünf jungen Männer mit viel frischem Elan und Spielwitz im Verein den Takt angeben. Es überrascht nicht, dass Präsidentin Mirjam Rutishauser diese Komposition als ihr Lieblingsstück in diesem Programm bezeichnet. «Es ist inhaltlich interessant und produziert einen Film im Kopf», begründet sie ihre Wahl.
Gelungene Auswahl kommt gut an
Nach «Hijo de la luna», einem Michael-Jackson-Medley und dem beschwingten Astronauten-Marsch hatten die Musizierenden eine Pause wahrlich verdient und der Losverkauf rückte für 20 Minuten in den Mittelpunkt des Geschehens. Schon bald jedoch machte der unüberhörbar laufende Countdown und die aus allen Richtungen heraneilenden Vereinsmitglieder klar, dass die Mission Vollmond nun weitergeführt wird. Die vom Dirigenten Christian Schärer geschickt gewählte Zusammenstellung des Programms trug sicherlich entscheidend zum Erfolg des Abends bei: So vielfältig wie sich die Mythen um den Mond ranken, so abwechslungsreich waren die Stilrichtungen, die das Ohr am vergangenen Samstagabend verwöhnten. Ob mit dem bekannten Stück «Fly me to the Moon», dem Abstecher in die Filmmusik für Starwars-Fans oder der schnellen Polka «Unter Donner und Blitz» von Johann Strauss – jeder Musikgeschmack kam auf seine Rechnung.
Erfolg als Zusammenspiel von vielen Faktoren
Während sich der Vollmond zuverlässig jeden Monat zeigt, ist das so erfolgreiche Wirken eines Musikvereins keine natürliche Selbstverständlichkeit. Dass drei Generationen von musikbegeisterten Menschen so einen Abend zum Fliegen bringen können, dafür braucht es Menschen mit Weitsicht im Hintergrund, eine grosse Einsatzbereitschaft von jedem Einzelnen und den Willen zur Zusammenarbeit. Das Moderationsteam Carmen Weber und Markus Brüllmann fasste die Würdigung dieser grossen Leistung in Dankesworten zusammen, das Publikum zeigte seine Begeisterung mit einem langanhaltenden Applaus. Der Musikverein rundete den Abend schliesslich mit dem Stück «Firework» von Katy Perry ab und verabschiedete sich beschwingt mit einem Vollmond-Gruss in die Nacht: Mister Sandman, bring me a dream.